Über die Kirche in Kollmar

Die Geschichte der Kirche in Kollmar


Historie

Kirche in kollmar - Dorfkirche

Die  Kollmarer Kirche wurde im Jahr 1448  als einschiffiger Backsteinbau auf dem alten Kollmarer Deich in der heutigen Großen Kirchreihe errichtet.  Dies ist auf der  Inschrift über dem Portal zu lesen.  1858 wurde das Äußere durchgreifend erneuert: Die Mauern wurden neu verblendet, und sie wurden durch Rundbogenfenster und Lisenenstreifen (Saumleisten) gegliedert.

 

Die große Kirchglocke erklang erstmalig 1453.

Ein hölzerner Glockenturm ist seit 1566/67 verbürgt. Der Turm im Westen wurde 1648 durch einen Sturm  umgeworfen, wobei auch die Kirche Schaden nahm. Er wurde als hölzerner, viereckiger Glockenturm mit hoher Spitze wieder errichtet.  1870 erhielt der hölzerne Turm eine Schieferbekleidung mit außergewöhnlichem Rautenmuster. Dieses blieb auch nach der Renovierung 1987 teilweise erhalten.

Schon 1561 gab es eine Orgel und 1580 wurden Uhrwerk, Kruzifix und Bilder auf dem Altar erneuert.

 

Auch die Kollmarer Kirche litt unter dem  30 jährigen Krieg (1618-1648). Wallensteins Truppen nutzten die Kirche 1628  als Stallung für ihre Pferde und richteten etlichen Schaden an Kirche und Turm an. Ein Jahr später, nach Abzug der Truppen wurde die Kirche nach Instandsetzung drei Wochen nach Pfingsten 1629 neu geweiht. Bis in die jüngste Gegenwart wurde in Erinnerung an diesen besonderen Tag in Kollmar die Kollmarer Kirchmess, früher als Messe, später als Volksfest mit Jahrmarkt, gefeiert.

1564 wurde ein Pfarrhaus gebaut, dort wo auch heute das Pastorat von 1870 steht.

Kriegsmahnmale

Kriegsmahnmahle in Kollmar

In direkter Nähe der Kirche, auf dem Grundstück des Grenzzollwächters Kahlke, pflanzte man nach dem Endedes deutsch/französischen Krieges von 1870/71 zwei Friedenseichen: "zum Andenken an den Frieden mit Frankreich und an die Einigung des deutschen Vaterlandes unter Kaiser Wilhelm, König von Preußen, welcher einen für Deutschland so gloreichen Frieden ermöglicht hat." 

 

Am 17.Oktober 1920 fand die Einweihung der Gedenktafel in der Kirche und des Gedenksteines für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges statt. Diese Denkmale konnten durch freiwillige Gaben der Gemeinde in Höhe von 1.540 Reichsmark errichtet werden. Auf der Tafel in der Kirche befinden sich 53 Namen. - Am 1.August 1922 wurden auf dem Gedenkfriedhof zusätzlich 53 Einzelsteine mit den Namen der Kriegsopfer aufgestellt.

 

Im Frühjahr 1922 brannte die direkt südlich der Kirche gelegende Gastwirtschaft von Hermann Magens (vordem Wernecke) ab. Auf der daraufhin entstandenen Freifläche zwischen der Großen Kirchreihe und dem Kirchhof entstand später das gemeinsame große Monument für die Gefallenen des 1. und 2. Weltkrieges. Die 53 Einzelsteine für die Opfer des 1. Weltkrieges legte man kranzförmig um das neue Mahnmal - mit der Schrift nach unten. Der Grund könnte sein, dass damit deutlich wird, dass diese Steine symbolisch die Namen der toten Soldaten beider Weltkriege tragen.

Das Diakonat

Im Jahre 1585 errichtete Balthasar von Ahlefeld in Kollmar das "Diaconat" (Hilfspredigeramt) und berief Bartholdus Willichius zum ersten "Diaconus" und Küster. Derselbe war zugleich Schullehrer und Organist. Neben einem Festgehalt und Naturalien hatte er auch Nebeneinkünfte und 6 Morgen Land. Bis 1887, also über 300 Jahre, gab es in Kollmar zwei Pfarrstellen. Am 10.März 1887 wurde per Erlass die Aufhebung des Diakonats erwirkt. Das Diakonatshaus (Große Kirchreihe 11) wurde verkauft und der Erlös zur Schuldendeckung verwandt.

Besonders hinzuweisen ist auf eine örtliche Eigentümlichkeit: Hier gab es einen "Hundevoigt", der einzig dafür Sorge trug, dass keine Hunde in das Gotteshaus liefen. Diese Amt ist mittlerweile aber abgeschafft (seit ca. 1836).

Der Innenraum der Kirche

Der Innenraum der Kirche ist ein zunächst als einfacher Saalraum erbaut worden, der später ein halbrundes Tonnengewölbe erhielt mit vier Spannbalken am Gewölbefuß. In die Tonne sind Schachtfenster zur Raumerhellung eingeschnitten. Durch die Deckenbildung und die Einbauten ist eine vorwiegend barocke, schnörkellose, norddeutsche  Raumgestaltung anzutreffen.

 

Links und rechts vom Altar finden sich die erhöhten Ecklogen mit Sprossenfenstern. Sie dienen als Küsterraum und Vorbereitungsraum für die Geistlichen. Darüber befinden sich die verglasten Emporen. Auch an der Westseite findet sich eine Oberempore mit einer geschlossenen Sprossenfensterfront.


Weitere Informationen

Die Dorfkirche in Kollmar gehört zur Ev.-Luth. Kirchengemeinde Elbmarschen Süd in Holstein und ist wunderschön unmittelbar an der Elbe gelegen. Als bekanntes Naherhohlungsgebiet direkt an der Elbe ist die Kirche immer ein beliebter Ausflugsort und bietet im Innenraum Interessierten mit Interesse an Kunsthistorik einzigartige Einblicke.

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